Sonnenenergie für effektives Heizsystem

Saisonal-Erdspeicher optimiert die Wärmepumpe

Das Zauberwort für das Heiz- und Energiekonzept des Baufritz-Objektes "Haussicht" lautet Effektivität! Dafür hat man den Energieverbrauch minimiert, in der Hausautomation verschiedene Elektro-Bus-Systeme intelligent verknüpft, aktive Kühlsysteme integriert und insgesamt die Leistung der Wärmepumpe optimiert. Das Herzstück des Ganzen bildet der sogenannte "eTank" – ein Saisonalspeicher in der Erde, der statt Strom Wärme speichert und die Wärmepumpe speist.
 
Im "Haussicht" geht es darum, das von dem Designer Alfredo Häberli mit viel Glas entworfene Gebäudeensemble möglichst energieeffektiv umzusetzen und dabei voll auf eine regenerative Energieversorgung zu bauen. Deshalb wird die Sonne als primäre Energiequelle genutzt.Zunächst wird der Verbrauch minimiert, indem man eine hochwärmedämmende Gebäudehülle mit hochwertiger Wärmeschutzverglasung errichtet. Strom spart man unter anderem dadurch, dass die luftqualitätsgesteuerte Lüftungsanlage nur so viel arbeitet wie nötig und die Wärmepumpe mit einer sensationellen Jahresarbeitszahl von 7 äußerst effektiv ist.
Vier Mal regenerativ
 
Für die Effektivitätssteigerung der Wärmepumpe sollte die Wärmequelle möglichst hohe Temperaturen liefern ("hohe Quellentemperatur"). Und genau das tut der "eTank", der die Wärmepumpe speist. Dieser saisonale Erdspeicher misst ca. 12 mal 30 Meter und ist 1,5 Meter hoch, sein Speichermedium sind rund 600 Kubikmeter natürliche Erde. Erwärmt wird er hauptsächlich im Sommer durch drei Energiequellen: eine spezielle Absorber-Photovoltaikanlage (PV), die Kühldecken im Gebäude und durch das Erdreich.
 
"Thermisch aktivierte PV-Module" (PVT)  nennt Michael Eiber, Technikspezialist bei Baufritz, die PV-Module, bei denen die darunter entstehende Hitze in den Erdspeicher abgeführt wird; als Nebeneffekt erzeugen die PV-Module mehr Solarstrom, weil sie nicht so heiß werden. Auch die im Vergleich zur Fußbodenkühlung deutlich effektiveren Kühldecken im Gebäude führen dem Speicher sommers Wärme sodass sich der Speicher im Sommer auf bis zu 25 Grad erwärmt. Wenn die Speichertemperatur im Winter unter 10 Grad fällt, strömt Wärme aus dem darunterliegenden Erdreich nach.  
 
Design en detail
 
Das Ökodesignobjekt "Haussicht" versorgt sich also durch Photovoltaik und Erdwärme mit der in Hülle und Fülle vorhandenen, umweltfreundlichen und kostenlosen Energie der Sonne. Dabei wird die Energie nicht in Form von Strom, sondern unterm Strich deutlich effektiver als Wärme gespeichert. Der Solarstrom speist die Haustechnik und wird als Haushaltsstrom genutzt, Überschüsse laden Elektrofahrzeuge direkt an der hauseigenen Elektrotankstelle.
 
Was man außer der Solarstrom-Ladestation von all der superökologischen und -nachhaltigen Technik sieht? Eigentlich nicht viel. Doch natürlich ist das wenige Haustechnische, das im Häberli-"Haussicht" sichtbar ist, Design pur. Hingucker sind beispielsweise die Schalteroberflächen an den Wänden und das Touchpanel zur kinderleichten Haussteuerung.